Lehre am Programmbereich Zeitgenössische Kunst und Kulturproduktion

Kennzeichnend für die Arbeitsweise des Programmbereichs Zeitgenössische Kunst und Kulturproduktion ist eine starke Verschränkung von Forschung, Vermittlung und Lehre. So sind beispielsweise internationale Symposien und andere von uns organisierte Veranstaltungen (Gastgespräche, Workshops etc.) häufig Teil von Lehrveranstaltungen. Daraus entstehende Diskussionen und Ergebnisse fließen wiederum in unsere Forschung und Vermittlungsarbeit ein.

Im Rahmen des W&K-Studienangebotes bietet unser Programmbereich für Studierende der Paris-Lodron-Universität Salzburg und der Universität Mozarteum Salzburg die Studienergänzung „Kulturmanagement und Kulturelle Produktion“ an.
Außerdem gestalten wir mit den anderen beiden Programmbereichen Figurationen des Übergangs und (Inter)Mediation das Basismodul „Die Künste: Theorien und Diskurse“ sowie den Studienschwerpunkt „Kunst, Kultur und ihre Vermittlung“.

 

Nähere Infos findet man hier

Lehrveranstaltungen

Sommersemester 2022

Basismodul
Künstlerische Prozesse in soziokulturellen Kontexten

UV „Wir sind Kultur!“ – Künstlerisch-kreative Prozesse in soziokulturellen Projekten (4 ECTS)
Katharina Anzengruber

Die Lehrveranstaltung beschäftigt sich mit künstlerischen und kreativen Praktiken und Prozessen in soziokulturellen Kontexten. Welche gesellschaftlichen Themen werden unter welchen Bedingungen auf welche Weisen künstlerisch-kreativ verhandelt? Ausgehend von dieser zentralen Frage nehmen wir verschiedene soziokulturelle Projekte in den Blick und analysieren sie.
Die Grundlage dafür bilden theoretische Auseinandersetzungen zu den Themen Kultur, Soziokultur, künstlerische und kulturelle Produktion und kulturelle Teilhabe. Als Beispiele fungieren etwa Projekte der Plattform „Community Arts Salzburg“ sowie von „InterACT“, einer in Graz angesiedelten Werkstatt für Theater und Soziokultur. Besonders im Fokus steht darüber hinaus das Projekt „Kinderstadt Mini-Salzburg“, eine Spielstadt für Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 7 und 14 Jahren, die der Verein Spektrum ausrichtet. Die Studierenden verbringen in der Rolle von Beobachter:innen einen Tag in der Kinderstadt und nehmen das dortige Geschehen im Hinblick auf verschiedene Aspekte rund um das Thema soziokulturelles Arbeiten in den Blick.

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Studienergänzung Kulturmanagement und Kulturelle Produktion
Bereich 1: Grundlagen des Kulturmanagements

UV Kulturfinanzierung: Förderungen, Sponsoring & Co (4 ECTS)
Anita Moser, Martina Fladerer

Kunst und Kultur leben von Kreativität und zündenden Ideen. Aber nicht nur – eine wesentliche Grundlage für die Umsetzung dieser Ideen bildet eine gesicherte Finanzierung. Welche Möglichkeiten und Herausforderungen gibt es dabei? Wie finde ich die richtige Finanzierungsform für mein Projekt? Welche Rolle spielen öffentliche Förderungen und wie funktionieren diese – etwa auf Stadt-, Landes- oder Bundesebene? Worum geht es bei Fair Pay? Was ist bei Crowdfunding oder Sponsoring zu beachten? Was gilt es bei einer Kostenkalkulation zu berücksichtigen?
In der anwendungsorientierten Lehrveranstaltung setzen wir uns mit grundlegenden Aspekten verschiedener Formen von Kulturfinanzierung auseinander. Vertieft werden die Inhalte durch die Analyse von Praxisbeispielen (Budgets, Anträge, Ausschreibungen etc.) sowie durch Gastgespräche oder Exkursionen. Diese bieten Gelegenheit, Fragen der Kulturfinanzierung aus unterschiedlichen Perspektiven zu diskutieren und Tipps aus der Praxis zu erhalten. Studierende können gerne eigene Projektvorhaben in die Lehrveranstaltung mitbringen.

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UE Künstlerische und kuratorische Projektpraxis: Über unten – Marginalisierte Narrative sichtbar machen (2 ECTS)
Djordje Čenić, Ivana Pilić

In dieser Übung beschäftigen wir uns mit der Frage, wie wir unbeachtete und verborgene Geschichte(n) recherchieren und erzählen. Im Vordergrund stehen die Menschen, die ein integraler Teil der österreichischen Gesellschaft sind, deren Geschichten sich in unserem gesellschaftlichen Narrativ inadäquat oder gar nicht widerspiegeln. In dieser Übung stellen wir die Frage, wie wir diesen Menschen samt ihrer Geschichte einen Platz innerhalb dieses Narrativs ausgestalten können, und welche Strategien uns in der künstlerischen und kuratorischen Praxis zur Verfügung stehen. Hierfür werden verschiedene Beispiele besprochen und analysiert, die eine polyphone und diskriminierungssensible Ästhetik verbildlichen. Ausgehend davon, entwickeln und realisieren wir eigene Projekte.
Ziel dieser Übung ist es, Geschichten abseits des gängigen Kanons zu erzählen, die die heterogene Gesellschaft in neuer Weise involvieren und abbilden. Der fehlenden Repräsentationen und Unsichtbarmachung in der Geschichtsschreibung setzen wir dementsprechend – aktiv und im Tun – kleine Narrative entgegen: Je nach Idee, Interesse und Kenntnis realisieren wir short documentaries, Audio-, Video- und Fotoinstallationen. Die Projekte der teilnehmenden Student:innen werden innerhalb der Gruppe reflektiert und bearbeitet.

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Bereich 2: Kulturelle Produktion und Kulturelle Bildung

UV Stadt von morgen: Künstlerische Interventionen und kreative Protestgestaltung im öffentlichen Raum in Salzburg (4 ECTS)
Elke Zobl

In welcher Art von Stadt möchten wir leben? Wie wollen wir die Stadt mitgestalten und verändern, sodass wir nachhaltig – sozial, ökologisch, ökonomisch, kulturell – als heterogene Gesellschaft zusammenleben können? Wie lassen sich sowohl positive Zukunftsvisionen als auch widerständige Interventionen in eine „Stadt von morgen“ durch kreative, künstlerische und kulturelle Ausdrucksformen äußern? Welche Rolle spielen in einer lebenswerten „Stadt von morgen“ öffentliche Institutionen wie Museen? Und welche Räume können sie eröffnen, um eine Mitgestaltung an kulturellen Prozessen und einen gesellschaftlichen Wandel zu ermöglichen?
Das Zusammenspiel von öffentlichem Raum mit Kunst, Kultur und Widerstand hat eine lange Geschichte. Viele Bewegungen nutzen verschiedene Aktionsformen, um auf der Straße oder im Internet zu protestieren. Sie sind oft auch Teil vernetzter globaler Bewegungen wie Occupy, Reclaim the Streets oder der feministischen Bewegung.
In der Lehrveranstaltung lernen wir verschiedene Formen von künstlerischen und kulturellen Interventionen und kreativer Protestgestaltung (u.a. Culture Jamming, Artivism, Craftivism, Upcycling) kennen und experimentieren ausgehend von euren Erfahrungen und Perspektiven mit kreativen Ausdrucksformen und künstlerisch/kulturellen Interventionen im öffentlichen Raum.
Teil der LV ist eine Veranstaltungsreihe mit Online-Inputs und der Besuch des Vermittlungsraumes „Nachhaltig genießen“ im Kontext der Ausstellung „Café Salzburg. Orte. Menschen. Geschichten“ des Salzburg Museums. Weiters ist ein künstlerischer Workshop mit den Künstler:innen Steffi Müller und Klaus Dietl (Mediendienst Leistungshölle, München) geplant, der im öffentlichen Raum stattfinden wird.
Die LV steht im Zusammenhang mit dem Projekt „Räume kultureller Demokratie“. Empfehlung: Teilnahme an der Übung von Katharina Anzengruber.

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UE Stadt von morgen: Geschichten ‚mit Zukunft‘ erzählen (Praxisfeld Kulturvermittlung) (2 ECTS)
Katharina Anzengruber

Was sind unsere Visionen von einer Stadt der Zukunft? Welche Geschichten lassen sich darüber auf welche Weise erzählen? Und: Wie können Räume eröffnet werden, in denen diese Geschichten ‚mit Zukunft‘ artikuliert und diskutiert, in denen ‚Zukünfte‘ verhandelt werden können?
In dieser Übung beschäftigen wir uns mit verschiedenen Möglichkeiten des Geschichten Erzählens in Nachhaltigkeitskontexten. Neben theoretischen Auseinandersetzungen werden Einblicke in konkrete Initiativen und Projekte, für die das Geschichten erzählen konstitutiv ist (z.B. Stiftung „FUTURZWEI“ oder Projekt „Räume kultureller Demokratie“), gewährt. Darüber hinaus werden wir auch als Produzent:innen tätig: In Kooperation mit der Radiofabrik Salzburg entwickeln wir kurze Geschichten ‚mit Zukunft‘, und produzieren sie als Audiofiles. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Frage nach verschiedenen Vorstellungen und Visionen in Bezug auf eine „Stadt von morgen“. Die entstehenden Audiobeiträge fließen in Stadtspaziergänge ein, die im Rahmen des Projektes „Räume kultureller Demokratie“ in Kooperation mit dem Salzburg Museum angeboten werden.
Teil der Lehrveranstaltung ist außerdem eine Gesprächsreihe zum Thema „Klima, Kunst und Bildung“ sowie ein Workshop mit Kulturvermittler:innen aus dem Salzburg Museum.
Die LV steht im Zusammenhang mit dem Projekt „Räume kultureller Demokratie“. Empfehlung: Teilnahme an der UV von Elke Zobl.

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Lehrveranstaltungen

Wintersemester 2021/22

Basismodul
Künstlerische Prozesse in soziokulturellen Kontexten

UV Kunst und Krise: Experimentierräume in soziokulturellen Kontexten (4 ECTS)
Katharina Anzengruber

Die Lehrveranstaltung beschäftigt sich mit Experimentierräumen in soziokulturellen Kontexten. Konkret werden künstlerisch-kreative Praktiken und Produktionen, die vor dem Hintergrund von aktuellen Krisen (beispielsweise der Klima- oder der Coronakrise) entstanden und entstehen, in den Blick genommen.

Basierend auf theoretischen Überlegungen wird exemplarisch untersucht, wie und unter welchen Bedingungen gesellschaftlich und gesellschaftspolitisch dringliche Themen im Zusammenhang mit den genannten Krisenphänomenen in verschiedenen soziokulturellen Projekten und Einrichtungen künstlerisch-kreativ verhandelt werden. Als Beispiele fungieren unter anderem Doyobe – SPACE. Raum für Alle!, das MARK Salzburg oder InterACT, eine Werkstatt für Theater und Soziokultur. Teil der Lehrveranstaltung sind Gespräche mit Künstler*innen und Kulturarbeiter*innen und ein Workshop, in dem die Teilnehmer*innen selbst zu Produzent*innen werden. Darüber hinaus porträtieren sie jeweils ein Projekt, das sie kritisch diskutieren und reflektieren.

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Studienergänzung Kulturmanagement und Kulturelle Produktion
Bereich 1: Grundlagen des Kulturmanagements

UV Class Matters: Diskriminierungskritische Perspektiven und Praktiken im Kulturmanagement (4 ECTS)
Anita Moser

Klassismus, also die Diskriminierung aufgrund von sozio-ökonomischer Herkunft und Zugehörigkeit, durchzieht unsere gesamte Gesellschaft, so auch das Feld von Kunst und Kultur. Nicht nur die finanzielle Ausstattung, sondern auch soziale – und damit verwobene bildungsbezogene und kulturelle – Prägungen und Zuschreibungen sind ausschlaggebend für die (Nicht-)Teilhabe an Kunst und Kultur. Dies gilt sowohl für Konsument*innen als auch für Produzent*innen. Mit seinen Inhalten und Programmen adressiert der öffentlich geförderte Kulturbetrieb primär weiße, besser situierte Bildungsbürger*innen. Auch in den Personalebenen von Kunst- und Kulturinstitutionen sind Personen aus Armutsverhältnissen, ‚unteren‘ sozialen Schichten oder ohne bildungsbürgerlichen bzw. akademischen Hintergrund kaum anzutreffen.
Wie hängen diese Ausschlüsse mit anderen Diskriminierungen – etwa aufgrund von Gender und ‚Race‘ – zusammen? Welche diesbezüglichen Erfahrungen haben Akteur*innen im Kulturbetrieb? Welche diskriminierungskritischen Perspektiven und Praktiken hält das Kulturmanagement bereit? Und welche kulturpolitischen Implikationen lassen sich daraus ableiten?
Mit diesen Fragen beschäftigen wir uns in der Lehrveranstaltung. Dabei bilden – neben der Lektüre von Grundlagentexten und der Auseinandersetzung mit Praxisbeispielen – Gastbeiträge von Expert*innen (Francis Seeck, Ulla Steyrleuthner, Verena Brakonier) eine wichtige Basis (vgl. Veranstaltungen). Ausgehend davon versuchen wir, mittels fokussierter Recherchen und Gespräche Antworten auf Klassenfragen im Kulturbetrieb zu finden.

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UE Basiswissen Kunst- und Kulturrecht (2 ECTS)
Julia Krul

Die Tätigkeit im Kunst- und Kulturmanagement hält spannende juristische Fragen bereit: Welche Vertragsarten gibt es? Wie lassen sich Arbeitsverträge gestalten? Wann sind Werke urheberrechtlich geschützt? Was ist Kunst und wo liegen die Grenzen ihrer Freiheit?
Ziel der Lehrveranstaltung ist, einerseits ein kritisches rechtliches Bewusstsein für die Praxis von Kunst- und Kulturarbeit zu entwickeln und andererseits konkrete juristische Basiskenntnisse zu erwerben. Dazu zählen Grundlagen des Vertragsrechts, des Arbeits- und Sozialrechts sowie Grundlagen des Urheberrechts, die auf Basis anschaulicher Beispiele erarbeitet werden. Darüber hinaus setzen wir uns mit dem rechtlichen Kunstbegriff auseinander und diskutieren anhand zahlreicher Praxisfälle die Kunstfreiheit und ihre Grenzen.

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Bereich 2: Kulturelle Produktion und Kulturelle Bildung

UV Zukunft mit Zukunft. Kulturelle Bildung und kulturelle Nachhaltigkeit (4 ECTS)
Katharina Anzengruber

Der Mensch verschlingt die Ressourcen zweier Planeten. Wir überschreiten also die planetaren Grenzen der Erde und gefährden damit die Ökosysteme und unsere Lebensgrundlage. 2015 verabschiedeten die Vereinten Nationen 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs). Um diese Ziele zu erreichen, braucht es umfassende gesellschaftliche Transformationen.
Das Bewusstsein darüber, dass dabei einer kulturellen Nachhaltigkeit und – einhergehend damit – kultureller Bildung zentrale Bedeutung zukommt, wächst zunehmend. Ausgehend von einer Auseinandersetzung mit diesen beiden Begriffspaaren stellen wir im Rahmen der Lehrveranstaltung folgende Fragen: Wie sehen geeignete Vermittlungsräume, -materialien und -methoden aus, um Transformationsprozesse im Sinne einer kulturellen Nachhaltigkeit hin zu einer ‚Zukunft mit Zukunft‘ anzustoßen? Und: Worin liegt dabei das Potenzial künstlerischer und kultureller Produktionen?
Konkret lernen wir verschiedene Initiativen, Methoden und Materialien zur Vermittlung von Themen nachhaltiger Entwicklung kennen. Teil der Lehrveranstaltung sind außerdem Veranstaltungen einer Reihe zu „Klima, Kunst & Bildung“. Darüber hinaus bilden Workshops mit Klangkünstler*innen die Basis dafür, individuell Ideen für experimentelle Vermittlungsräume zu entwickeln (z. B. für Soundcollagen o.Ä.), die auf auditiver Ebene Geschichten von einer ‚Zukunft mit Zukunft‘ erzählen.
Die LV steht im Kontext des Projektes „Räume kultureller Demokratie“: https://www.p-art-icipate.net/raeume/start/

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