Lehre am Programmbereich Zeitgenössische Kunst und Kulturproduktion

Kennzeichnend für die Arbeitsweise des Programmbereichs Zeitgenössische Kunst und Kulturproduktion ist eine starke Verschränkung von Forschung, Vermittlung und Lehre. So sind beispielsweise internationale Symposien und andere von uns organisierte Veranstaltungen (Gastgespräche, Workshops etc.) häufig Teil von Lehrveranstaltungen. Daraus entstehende Diskussionen und Ergebnisse fließen wiederum in unsere Forschung und Vermittlungsarbeit ein.

Im Rahmen des W&K-Studienangebotes bietet unser Programmbereich für Studierende der Paris-Lodron-Universität Salzburg und der Universität Mozarteum Salzburg die Studienergänzung „Kulturmanagement und Kulturelle Produktion“ an.
Außerdem gestalten wir mit den anderen beiden Programmbereichen Figurationen des Übergangs und (Inter)Mediation das Basismodul „Die Künste: Theorien und Diskurse“ sowie den Studienschwerpunkt „Kunst, Kultur und ihre Vermittlung“.

 

Nähere Infos findet man hier

Lehrveranstaltungen

Wintersemester 2021/22

Basismodul
Künstlerische Prozesse in soziokulturellen Kontexten

UV Kunst und Krise: Experimentierräume in soziokulturellen Kontexten (4 ECTS)
Katharina Anzengruber

Die Lehrveranstaltung beschäftigt sich mit Experimentierräumen in soziokulturellen Kontexten. Konkret werden künstlerisch-kreative Praktiken und Produktionen, die vor dem Hintergrund von aktuellen Krisen (beispielsweise der Klima- oder der Coronakrise) entstanden und entstehen, in den Blick genommen.

Basierend auf theoretischen Überlegungen wird exemplarisch untersucht, wie und unter welchen Bedingungen gesellschaftlich und gesellschaftspolitisch dringliche Themen im Zusammenhang mit den genannten Krisenphänomenen in verschiedenen soziokulturellen Projekten und Einrichtungen künstlerisch-kreativ verhandelt werden. Als Beispiele fungieren unter anderem Doyobe – SPACE. Raum für Alle!, das MARK Salzburg oder InterACT, eine Werkstatt für Theater und Soziokultur. Teil der Lehrveranstaltung sind Gespräche mit Künstler*innen und Kulturarbeiter*innen und ein Workshop, in dem die Teilnehmer*innen selbst zu Produzent*innen werden. Darüber hinaus porträtieren sie jeweils ein Projekt, das sie kritisch diskutieren und reflektieren.

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Studienergänzung Kulturmanagement und Kulturelle Produktion
Bereich 1: Grundlagen des Kulturmanagements

UV Class Matters: Diskriminierungskritische Perspektiven und Praktiken im Kulturmanagement (4 ECTS)
Anita Moser

Klassismus, also die Diskriminierung aufgrund von sozio-ökonomischer Herkunft und Zugehörigkeit, durchzieht unsere gesamte Gesellschaft, so auch das Feld von Kunst und Kultur. Nicht nur die finanzielle Ausstattung, sondern auch soziale – und damit verwobene bildungsbezogene und kulturelle – Prägungen und Zuschreibungen sind ausschlaggebend für die (Nicht-)Teilhabe an Kunst und Kultur. Dies gilt sowohl für Konsument*innen als auch für Produzent*innen. Mit seinen Inhalten und Programmen adressiert der öffentlich geförderte Kulturbetrieb primär weiße, besser situierte Bildungsbürger*innen. Auch in den Personalebenen von Kunst- und Kulturinstitutionen sind Personen aus Armutsverhältnissen, ‚unteren‘ sozialen Schichten oder ohne bildungsbürgerlichen bzw. akademischen Hintergrund kaum anzutreffen.
Wie hängen diese Ausschlüsse mit anderen Diskriminierungen – etwa aufgrund von Gender und ‚Race‘ – zusammen? Welche diesbezüglichen Erfahrungen haben Akteur*innen im Kulturbetrieb? Welche diskriminierungskritischen Perspektiven und Praktiken hält das Kulturmanagement bereit? Und welche kulturpolitischen Implikationen lassen sich daraus ableiten?
Mit diesen Fragen beschäftigen wir uns in der Lehrveranstaltung. Dabei bilden – neben der Lektüre von Grundlagentexten und der Auseinandersetzung mit Praxisbeispielen – Gastbeiträge von Expert*innen (Francis Seeck, Ulla Steyrleuthner, Verena Brakonier) eine wichtige Basis (vgl. Veranstaltungen). Ausgehend davon versuchen wir, mittels fokussierter Recherchen und Gespräche Antworten auf Klassenfragen im Kulturbetrieb zu finden.

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UE Basiswissen Kunst- und Kulturrecht (2 ECTS)
Julia Krul

Die Tätigkeit im Kunst- und Kulturmanagement hält spannende juristische Fragen bereit: Welche Vertragsarten gibt es? Wie lassen sich Arbeitsverträge gestalten? Wann sind Werke urheberrechtlich geschützt? Was ist Kunst und wo liegen die Grenzen ihrer Freiheit?
Ziel der Lehrveranstaltung ist, einerseits ein kritisches rechtliches Bewusstsein für die Praxis von Kunst- und Kulturarbeit zu entwickeln und andererseits konkrete juristische Basiskenntnisse zu erwerben. Dazu zählen Grundlagen des Vertragsrechts, des Arbeits- und Sozialrechts sowie Grundlagen des Urheberrechts, die auf Basis anschaulicher Beispiele erarbeitet werden. Darüber hinaus setzen wir uns mit dem rechtlichen Kunstbegriff auseinander und diskutieren anhand zahlreicher Praxisfälle die Kunstfreiheit und ihre Grenzen.

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Bereich 2: Kulturelle Produktion und Kulturelle Bildung

UV Zukunft mit Zukunft. Kulturelle Bildung und kulturelle Nachhaltigkeit (4 ECTS)
Katharina Anzengruber

Der Mensch verschlingt die Ressourcen zweier Planeten. Wir überschreiten also die planetaren Grenzen der Erde und gefährden damit die Ökosysteme und unsere Lebensgrundlage. 2015 verabschiedeten die Vereinten Nationen 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs). Um diese Ziele zu erreichen, braucht es umfassende gesellschaftliche Transformationen.
Das Bewusstsein darüber, dass dabei einer kulturellen Nachhaltigkeit und – einhergehend damit – kultureller Bildung zentrale Bedeutung zukommt, wächst zunehmend. Ausgehend von einer Auseinandersetzung mit diesen beiden Begriffspaaren stellen wir im Rahmen der Lehrveranstaltung folgende Fragen: Wie sehen geeignete Vermittlungsräume, -materialien und -methoden aus, um Transformationsprozesse im Sinne einer kulturellen Nachhaltigkeit hin zu einer ‚Zukunft mit Zukunft‘ anzustoßen? Und: Worin liegt dabei das Potenzial künstlerischer und kultureller Produktionen?
Konkret lernen wir verschiedene Initiativen, Methoden und Materialien zur Vermittlung von Themen nachhaltiger Entwicklung kennen. Teil der Lehrveranstaltung sind außerdem Veranstaltungen einer Reihe zu „Klima, Kunst & Bildung“. Darüber hinaus bilden Workshops mit Klangkünstler*innen die Basis dafür, individuell Ideen für experimentelle Vermittlungsräume zu entwickeln (z. B. für Soundcollagen o.Ä.), die auf auditiver Ebene Geschichten von einer ‚Zukunft mit Zukunft‘ erzählen.
Die LV steht im Kontext des Projektes „Räume kultureller Demokratie“: https://www.p-art-icipate.net/raeume/start/

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