Internationale Tagung - Exkursion

Massen sterben – landschaftliche, architektonische und materielle Erinnerungen an zwei Weltkriege. Wege des Erinnerns in europäischer Perspektive

Die beiden großen Weltkriege des 20. Jahrhunderts stellen besondere Herausforderungen im Gedenken an den Tod dar. Die Stätten der Erinnerung reichen von Heldengedenkstätten unmittelbar im Anschluss an den Ersten Weltkrieg über Soldatenfriedhöfe bis hin zu jüngst errichteten bzw. ergänzten Mahn- und Denkmalen, die dem Prozess des kommunikativen und kollektiven Gedächtnisses Ausdruck verleihen. Die Erinnerung an die unvorstellbaren Massen, die in diesen beiden Kriegen gestorben sind, verändert sich über Generationen hinweg. So stehen wir heute auch den Mahn- und Gedenkstätten in Konzentrations- und Vernichtungslagern in doppelter Weise gegenüber: als Erben eines vielfachen, zu unterschiedlichen Zeiten angenommenen und auf verschiedenen Wegen erschlossenen, diskutierten und vermittelten Erbes.

 

Die Tagung möchte die Prozesse der Erinnerung und die damit verknüpften Konflikte – die sich wandelnde historische Kontextualisierung, die Vermittlungsarbeit, die spannungsgeladenen Schnittstellen zu Tourismus und Naturschutz – über mehrere Generationen und politische Systeme hinweg in europäischer Perspektive thematisieren. Konferenzsprache ist deutsch und englisch.

Konzeption: Sigrid Brandt

 

Bildnachweis: Denkmal für die Opfer des Zweiten Weltkriegs und Museum des 9. Forts der Festung Kaunas / Memorial for the victims of World War II and museum of 9th fort of Kaunas fortress, 1966–84, Architekten / architects G. Baravykas, V. Vielius, Bildhauer / sculptor A. Ambraziūnas, Foto: Vaidas Petrulis, November 2008.