Vortrags- und Veranstaltungsreihe

Figurationen und Szenen des Beginnens

Wie setzt ein Text, ein Theater- oder Musikstück seinen Anfang und wie eine Zeichnung, ein Gemälde, eine (Klang-)Installation, eine Ausstellung? Ist ein Anfang ein „ästhetischer Herrschaftsakt“, indem jeder Anfang zunächst eine Grenze, ein Zeichen der Differenz, setzt? Welche traditionellen oder posttraditionellen Poetiken von Einsatz, Auftakt, Anfang und Auftritt lassen sich rekonstruieren? Wie akkurat oder auch zögerlich, klar oder chaotisch sind Anfänge, die sich ihrerseits erst über ein Ende als Anfänge zu erkennen geben? Welche Rolle spielt das Reich des Paratextuellen beziehungsweise der Parerga und welche Realität haben diese – zum Werk und doch nicht zum Werk gehörend – in unterschiedlichen ästhetischen und historischen Kontexten, als Vor- und Abspann beim Film, als Rahmung in der Kunst, als Titel und Kapiteleinschnitt in der Literatur? Mit welchen künstlerischen Verfahren werden Anfänge auch suspendiert und was bedeutet dies für die Rezeption? Wie brauchbar ist die Rede vom Anfang für die räumlichen Künste, wie sinnbringend ist sie für die Rezeptionsästhetik? Performen und tragen sich die Anfänge in der gleichen Bedeutung in die Rezeption weiter? Lassen sich auch in den räumlichen Künsten wie den Bildern Einstiegspunkte finden, von denen her sie sich erschließen?

 

Konzeption: Hildegard Fraueneder

Information: Silvia Amberger (Silvia.Amberger@sbg.ac.at // Tel. ++43 (0)662-8044-2377)

Bildnachweis: VALIE EXPORT, Syntagma, 1983, 16mm Film, Filmstill, © VALIE EXPORT.

Beate Terfloth: Sei Shonagon, Agnes Martin und Beate Terfloth treffen sich im Café Steiner, 29.12.2017, zweiteilig (Ausschnitt: linkes Blatt) 2017, Aquarell auf Arches Rives Büttenpapier, ca 57,5 x 57,5 cm, Foto: Bernhard Strauss.