Ausstellungseröffnung 

Milch und Honig. Utopien der Fülle

Milch und Honig, sind ein Versprechen. Sie evozieren Fülle, Überfluss, Glück, auch das gelobte Land. Eine überwältigende Fruchtbarkeit und Gesundheit, eine unberührte und intakte Natur, auch milchproduzierende Mütter, Muttertiere, fleißige Bienen, blühende Wiesen und Wälder sind Voraussetzung dafür. Angesichts der nun wachsenden Unfruchtbarkeit, des Aussterbens von immer mehr Arten, der Zerstörung der Umwelt, der Notwenigkeit einer demografischen Zügelung des Homo Sapiens Sapiens, gilt es die nährenden Stoffe angesichts der wachsenden Unfruchtbarkeit zu befragen. Denn die demografische Wende und das Artensterben stellen einen grundsätzlichen Paradigmenwechsel weg von Fülle und Fruchtbarkeit in Aussicht. Ausgehend von konkreten Objekten, Praktiken, Mythen und Sagen zu Milch und Honig sowie Allegorien der Abundantia porträtiert und befragt diese Ausstellung Milch und Honig als existentielle nährende Substanzen. Sie wird in Zusammenarbeit mit Studierenden von Wissenschaft&Kunst kuratiert und schließt an die gleichnamige Ausstellung auf der Insel Kea, Griechenland im Sommer 2022 an.

 

Konzept: Irini Athanassakis und Romana Sammern

Bildnachweis: Irini Athanassakis: Ich dufte. Collage, 2021. Foto © Irini Athanassakis