Das interuniversitäre Doktoratskolleg „Die Künste und ihre öffentliche Wirkung“ ist an der Interuniversitären Einrichtung Wissenschaft und Kunst angesiedelt und wird von der Universität Mozarteum Salzburg, der Paris-Lodron-Universität Salzburg und dem Land Salzburg gemeinsam getragen.

Das erste Kolleg wurde von Oktober 2010 bis September 2013 durchgeführt und stand unter dem Thema „Kunst und Öffentlichkeit“. Die Leitung lag bei Ao. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Gratzer (Universität Mozarteum Salzburg), Univ.-Prof. Dr. Kornelia Hahn und Ao. Univ.-Prof. Dr. Otto Neumaier (beide Paris-Lodron-Universität Salzburg).
Mehr Informationen zum Doktoratskolleg 2010-2013

Von Oktober 2015 bis September 2018 fand das zweite Doktoratskolleg „Die Künste und ihre öffentliche Wirkung: Konzepte – Transfer – Resonanz“ statt. Es wurde von Univ.-Prof. Dr. Elisabeth Klaus (Paris-Lodron-Universität Salzburg) und Ao. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Gratzer (Universität Mozarteum Salzburg) geleitet.
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Absolvent*innen

Katharina Anzengruber

Katharina Anzengruber„Für mich eröffnete das Doktoratskolleg die Möglichkeit für kontinuierlichen interdisziplinären Austausch. Das empfand ich als große Bereicherung, sowohl in wissenschaftlicher als auch in persönlicher Hinsicht.“

Katharina Anzengruber ist Musik- und Instrumentalpädagogin. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen Kunst- und Kulturvermittlung und kultureller Bildung. Im Besonderen befasst sie sich mit der Entwicklung, Erprobung und Beforschung interdisziplinärer, experimenteller Vermittlungsräume mit Fokus auf schulische Kontexte. Für ihr Vermittlungsprojekt KLANGKÖRPER – KÖRPERKLANG, das gleichzeitig Grundlage für eine Studie im Rahmen ihrer Dissertation zur Vermittlung experimenteller Kunst bildete, wurde sie Ende 2018 mit dem Förderpreis für Kinder- und Jugendprojekte des Kulturfonds der Stadt Salzburg ausgezeichnet. Aktuell ist Katharina Anzengruber Senior Scientist am Programmbereich Zeitgenössische Kunst und Kulturproduktion und Mitarbeiterin im transdisziplinären Forschungsprojekt Räume kultureller Demokratie, in dem es um die Entwicklung und Erprobung von Experimentierräumen rund um die Themen Klimawandel und Nachhaltigkeit geht.

Bettina Egger

„Im interuniversitären Doktoratskolleg habe ich gemeinsames Arbeiten in einem interdisziplinären Kontext und im Spannungsfeld von Kunst und Wissenschaft schätzen gelernt.“

Bettina Egger ist Künstlerin und Autorin. Sie studierte bildende Künste und Russisch an verschiedenen Universitäten in Österreich und Frankreich. 2006 schloss sie ihr Masterstudium der bildenden Künste an der Universität Rennes unter der Leitung von Philippe Marcelé über das Thema Fiktive Kartographie von russischen Zaubermärchen ab und arbeitete anschließend als freischaffende Künstlerin in Frankreich. Bisher hat sie neun Comics in französischer Sprache publiziert, zuletzt Entretien avec Emmanuel Guibert (2018, Jarjille). 2018 schloss sie ihr Doktoratsstudium an der Interuniversitären Einrichtung Wissenschaft und Kunst mit der Arbeit Das andere Gedächtnis. Oral History Comics im Werk von Emmanuel Guibert ab. Die Dissertation wurde 2020 unter dem Titel Comic und Erinnerung. Oral History im Werk von Emmanuel Guibert im Berliner Christian Bachmann Verlag veröffentlicht und mit dem Roland-Faelske-Preis 2020 ausgezeichnet. Aktuell hält sie Vorträge und Vorlesungen zum Thema Comic, ist in der Kulturkooperation zwischen Frankreich und Österreich tätig, arbeitet an verschiedenen künstlerischen Projekten und ist Research Fellow am IFK Wien.
Mehr Informationen:
http://www.ifk.ac.at/fellows-detail/bettina-egger.html
https://bettinaegger.wixsite.com/bettinaegger/

Romana Hagyo

„Ich sag einfach danke für die feine Zeit im Doktoratskolleg.“

Romana Hagyo arbeitet an der Schnittstelle von Kunstwissenschaften und Bildender Kunst. Sie hat an der Universität Mozarteum 2019 promoviert und war in der Folge Post-DocTrack Stipendiatin der ÖAW. Ihre Dissertation Über das Wohnen im Bilde sein wurde 2020 mit einem Award of Excellence des BMFWF und einem Johanna-Dohnal-Preis ausgezeichnet und 2020 bei Passagen Verlag Wien publiziert. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen bei Raumtheorien, Öffentlichkeitstheorien, kunstwissenschaftlichen Genderstudies und künstlerischer Forschung. Sie ist Lektorin an der Kunstuniversität Linz.
Künstlerisch arbeitet sie in gemeinsamer Autorinnenschaft mit Silke Maier-Gamauf an Ausstellungen und Projekten im öffentlichen Raum im In- und Ausland. Im Jahr 2019 wurden die beiden mit dem Gabriele-Heidegger-Preis der Stadt Linz prämiert. Ebenfalls im Jahr 2019 konnte Romana Hagyo die Gedenkinstallation Wie erinnern? (im Team der Kunstuniversität Linz) in Gusen (OÖ) realisieren.
Mehr Informationen:
https://hagyo-maiergamauf.org/

Laila Huber

„Für meine weitere berufliche Zukunft konnte ich aus dem Doktoratskolleg vielfältige Erfahrungen mitnehmen – dazu zählen insbesondere der intensive Austausch mit den Doktoratskollegskolleg*innen, der sich zum Teil in weiterer Zusammenarbeit in neuen Kontexten fortsetzen sollte, sowie eine geschärfte Perspektive für das Handlungsfeld an der Schnittstelle von Wissenschaft, Kunst und Öffentlichkeit.“

Laila Lucie Huber ist Kulturanthropologin und Kulturarbeiterin. Sie studierte Kulturanthropologie, Soziologie und Kulturmanagement in Graz, Salzburg und Neapel. Ihre Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte sind partizipative Kunst- und Kulturarbeit, Stadtanthropologie, Inter-/Transkulturalität sowie Inklusion/Exklusion. Die Schnittstelle zwischen Forschung und Kulturarbeit ist zentraler Ansatzpunkt für ihre Methoden- und Theoriearbeit. Partizipative Prozesse mitzugestalten ist ihr sowohl in der forschenden als auch kulturarbeiterischen Tätigkeit ein Anliegen. Sie ist in der universitären und außeruniversitären Erwachsenenbildung tätig und lehrte bisher u.a. an der Universität Innsbruck, Universität für Angewandte Kunst Wien und Karl-Franzens-Universität Graz. Seit Herbst 2018 leitet sie den kunstraum pro arte in Hallein.

Xenia Kopf

Xenia Kopf ist Kulturwissenschaftlerin mit Schwerpunkten in den Bereichen Stadtforschung, Kulturpolitik sowie Theater- und Filmwissenschaft. Sie studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Publizistik und Kommunikationswissenschaft und Romanistik in Wien. Außerdem war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin der österreichischen Kulturdokumentation, internationales archiv für Kulturanalysen (Wien) sowie Redakteurin der Gift – Zeitschrift für freies Theater (hg. v. IG Freie Theaterarbeit). Ihre Disseration am Interuniversitären Doktoratskolleg verfasste sie über Die Stadt als performativer Raum. Kulturelle Praxen in urbanen Transformationsräumen.
Von September 2019 bis Dezember 2020 erhielt sie ein Doctoral Research Fellowship am Wirth Institute for Austrian and Central European Studies, University of Alberta, Canada (https://www.ualberta.ca/wirth-institute/people/doctoral-research-fellows/2019-2020/xenia-kopf.html). Aktuell arbeitet sie im Bereich Öffentlichkeitsarbeit bei der Smart Coop.

Brigitte Kovacs

„Das interuniversitäre Doktoratskolleg bot für mich einen einmaligen Experimentierraum, in dem ich die Schnittstellen von Wissenschaft und Kunst ausloten beziehungsweise erweitern konnte. Mein besonderer Dank gilt der Leitung des Kollegs für ihre Offenheit und tatkräftige Unterstützung!“

Brigitte Kovacs ist bildende Künstlerin, Forschende und Lehrende. In ihrer künstlerisch-wissenschaftlichen Praxis beschäftigt sie sich mit medien- und disziplinübergreifenden Erscheinungsformen konzeptueller und performativer Kunst sowie deren Vermittlung. Sie bedient sich dabei Verfahren und Medien wie Fotografie, Performance, Installation und Sprache.
Nach dem Studium der bildenden Kunst, Kunstpädagogik und Germanistik in Wien und Stockholm sowie nach mehrjährigen Auslandsaufenthalten, unter anderem in New York City (Dia Art Foundation) und Galway (National University of Irland), arbeitete sie von 2010 bis 2015 als Universitätsassistentin am Institut für Zeitgenössische Kunst an der Fakultät für Architektur der TU Graz. Zwischen 2015 und 2018 verfasste sie im Rahmen des Doktoratskollegs Die Künste und ihre öffentliche Wirkung mit Methoden der künstlerischen Forschung eine Dissertation zum Gehen als künstlerische Praxis zwischen Akt und Artefakt. Seit 2020 ist sie Hochschulprofessorin für ästhetisch-künstlerische Bildung an der Pädagogischen Hochschule Steiermark.
Mehr Informationen:
https://www.phst.at/phst/organisation-leitung/institute-lernwerkstaetten/institut-fuer-sekundarstufe-allgemeinbildung/hs-prof-mmag-brigitte-kovacs-phd/

Johanna Öttl

Johanna Öttl ist seit 2018 für das Literaturprogramm der Alten Schmiede Wien verantwortlich. Sie moderiert regelmäßig Gespräche und Buchpräsentationen und ist literaturkritisch tätig, z.B. für Spectrum (Die Presse), Literatur und Kritik oder in der Literarischen Soirée auf Ö1. Sie lehrt an den Universitäten Wien und Salzburg und publiziert wissenschaftlich zu Shoah-Literatur, kulturwissenschaftlicher Gedächtnisforschung und österreichischer Gegenwartsliteratur. Im Rahmen des Doktoratskollegs entstand eine Dissertation mit dem Titel Körper, Kannibalen, Judenräte. Ästhetiken des Grotesken bei George Tabori und Robert Schindel, die Ende 2021 in Buchfassung bei Böhlau erscheint.

Sonja Prlić

Sonja Prlic

„In der Zeit im Doktoratskolleg konnte ich von einem interdisziplinären Team profitieren, das ein vielseitiges Arbeiten jenseits der Horizonte einzelner Fachrichtungen ermöglichte. Außerdem wurde ich unterstützt von einem engagierten Betreuer*innenteam, das über die Universitätsgrenzen hinweg offen war für neue Zugänge des Forschens zwischen Kunst und Wissenschaft.“

Sonja Prlić ist Medienkünstlerin, Regisseurin, Dramaturgin und künstlerische Forscherin. Sie studierte Literatur an der Universität Wien und Dramaturgie an der Hessischen Theaterakademie in Frankfurt am Main. 1998 mitbegründete sie die Künstler*innengruppe gold extra. Ihr Interesse gilt u.a. der Entwicklung neuer künstlerischer Formen für dokumentarische Computerspiele und deren Potenzialen für den gesellschaftlichen und politischen Dialog. Ihre künstlerisch forschende Dissertation, die sie zu diesem Thema im Rahmen des Doktoratskollegs Kunst und Öffentlichkeit verfasste, wurde mit dem Award of Excellence ausgezeichnet. Auch für ihre künstlerischen Arbeiten erhielt sie Auszeichnungen (Dramatikerstipendium der Republik Österreich, Outstanding Artist Award, Salzburger Medienkunstpreis).

Derzeit arbeitet sie im Forschungsprojekt schnitt # stellen (MediaLab der Universität Mozarteum Salzburg und gold extra) an den Synergien medienkultureller Alltagserfahrungen von Jugendlichen und zeitgenössischer Medienkunst. schnitt # stellen erhielt 2019 den European Youth Culture Award und einen Prix Ars Electronica Young Creatives 2020. Außerdem ist sie im Leitungsteam des Programmbereichs Zeitgenössische Kunst und Kulturproduktion.

Luise Reitstätter

Luise Reitstätter
Foto: Iris Ranzinger

„Das Doktoratskolleg ‚Kunst und Öffentlichkeit‘ ermöglichte mir fachlich beraten, kollegial unterstützt und finanziell abgesichert zu promovieren – und damit auch den Einstieg in eine wissenschaftliche Karriere.“

Luise Reitstätter ist Kulturwissenschaftlerin. Zu ihren Arbeitsfeldern zählen Praktiken der zeitgenössischen Kunst, visuelle und materielle Kulturanalysen, Museum Studies sowie Methoden der empirischen Sozialforschung. 2013 wurde sie in Soziologie und Kulturwissenschaft (Die Ausstellung verhandeln, transcript 2015) promoviert und arbeitet seither in zahlreichen Forschungsprojekten, etwa zu Sehnsuchtsbildern vom Land (Stadt-Land-Kind, Stadt-Land-Bild), Sprache und Bedeutungsstiftung im Museum (Sag es einfach. Sag es laut., Exhibit Labels in Use), oder Gemeingut/Gemeinwohl-Bewegungen (AXIOM, Commons als Denkweise und Innovationsstrategie im Design). Seit 2017 ist sie als Post-doc Univ.-Ass. am Institut für Kunstgeschichte der Universität Wien tätig und leitet dort das Labor für empirische Bildwissenschaft.