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RÄUMEN

Video zur Ausstellung

Mit dem Austellungsprojekt RÄUMEN im KunstQuartier Salzburg wollte sich das interuniversitäre Doktoratskolleg Die Künste und ihre öffentliche Wirkung: Dynamiken des Wandels am Schwerpunkt Wissenschaft und Kunst, das gemeinsam von der Universität Mozarteum und der Paris Lodron-Universität sowie vom Land Salzburg finanziert wird, vorstellen.

RÄUMEN, der leitmotivisch konzipierte Titel der Ausstellung, unterstreicht das Prozesshafte in Form dynamischer Übergänge.

RÄUMEN, das heißt: Wir arbeiten an Texten, aber auch dagegen, setzen uns mit Wirklichkeiten auseinander, verschieben und drehen an Konzepten, stellen um und entwerfen neu.

RÄUMEN ist eine Aktivität, ein Sinnbild für eine Praxis, die stetig neue Blickwinkel hervorbringt und diese verändert.

Das Ausstellungsprojekt thematisiert das Hervorbringen und Sichtbarmachen von Synergien zwischen wissenschaftlichen und künstlerischen Praktiken. Die Verhandlung dieses Zusammenspiels sollte in einem Raum des Möglichen erfahrbar werden, der Verbindungslinien zwischen den verschiedenen Zugängen, Dimensionen und Perspektiven herstellt. Das von der Bühnenbildnerin Magdalena Hofer (Universität Mozarteum) konzipierte Raumkonzept akzentuiert die Tätigkeit des Herstellens und permanenten Verschiebens der Wissensentstehung und -rechtfertigung. Die Inhalte, Ideen und Figuren der einzelnen Projekte werden dadurch be-greifbar.

Wir hätten diesen Raum des Möglichen gerne im Frühjahr und Herbst 2020 für Besucher*innen und Partizipierende geöffnet und uns im Rahmen einer Lecture Performance vorgestellt; doch die coronabedingten Restriktionen verunmöglichten die reale Präsentation sogar zweimal, sodass wir diese nun ins Virtuelle verlegen müssen.

Den Gedanken des RÄUMENs aufgreifend, haben wir nun ein Video zur Ausstellung konzipiert, das die aktuelle Situation widerspiegelt: Das projizierte Ausstellungsobjekt ist zum Relikt geworden und erinnert an die geplante Eröffnungsfeier, die Gespräche, die sich entwickelt hätten, die Vorfreude auf das Projekt und insgesamt: die kollaborative Praxis. Nun verschieben, rangieren, räumen wir eben unter anderen Bedingungen und auf andere Weise, als es zusammen möglich wäre. Oft ist es stiller, die Blickwinkel der Anderen fehlen, die eigene Achse wird zusehends zum Zentrum, der gemeinsam gelebte und anzueignende Raum zerfranst ins Fragmentarische. Und auch Öffentlichkeit und Wandel haben in diesen Zeiten ganz andere Bedeutungen erhalten, als wir es uns vorgestellt haben. Gleichzeitig ist das Video ein Lebenszeichen des Kollegs, ein Arrangement, das sich dem Derangement der geteilten Erfahrung widersetzt.

Martina Fladerer
Raffael Hiden
Julia Jordan
Gwendolin Lehnerer
Ielizaveta Oliinyk
Ivana Pilić
Anna Stadler


24.11.2020