Sweet Spot: — OPEN GARDEN 2026: TERRITORIUM

SWEET SPOT – OPEN GARDEN 2026: TERRITORIUM

Sweet Spot. Lounge für Elektroakustische Musik mit Klanginstallationen von:

Schon in den letzten Jahren haben wir uns im Rahmen von Sweet Spot Open Garden unter Bezugnahme auf biologische Prozesse mit Fragen der Veränderungen akustischer Systeme beschäftigt. Im Rahmen des Open Garden 2026 sind Komponist*innen und Klangkünstler*innen jeden Alters eingeladen, Konzepte für eine Klanginstallation einzureichen, die sich mit dem Thema „Territorium“ auseinandersetzen.

Der Begriff „Territorium“ (lateinisch terra, „Erde“, „Land“) bezeichnet einen räumlich abgegrenzten Bereich, der durch Besitz, Nutzung oder Zuschreibung bestimmt ist. In biologischen und sozialen Kontexten verweist er auf Prozesse der Aneignung, der Markierung und der Verteidigung; ein Territorium ist demnach kein neutraler Raum, sondern ein Gefüge von Beziehungen, in dem Grenzen gezogen, verschoben und infrage gestellt werden.

Übertragen auf akustische Kontexte lässt sich Territorium als ein Feld klanglicher Ordnungen verstehen, das durch Hörgewohnheiten, soziale Praktiken und räumliche Dispositionen strukturiert ist. Klänge besetzen Räume, behaupten Präsenz, treten in Konkurrenz oder bilden temporäre Allianzen. Bereits in den vergangenen Jahren wurden mit „Biotop“, „Habitat“, „Invasiv“, „Neobeyond“ und „Tipping Points“ unterschiedliche Modi des Verhältnisses von Klang und Umwelt untersucht; „Territorium“ verschiebt nun die Perspektive auf Fragen der Abgrenzung, der Kontrolle und der Aushandlung im Raum.

Die präsentierten Klanginstallationen erkunden den öffentlichen Raum als ein dynamisches Territorium, in dem sich verschiedene akustische Schichten überlagern und gegenseitig beeinflussen. Sie markieren, besetzen oder unterlaufen bestehende Klangordnungen, indem sie sich in das Vorhandene einschreiben und zugleich neue Hörsituationen erzeugen. Der Orangeriegarten erscheint dabei nicht nur als Austragungsort, sondern als ein Gefüge konkurrierender und kooperierender Klangterritorien, das durch die installierten Arbeiten neu strukturiert wird.

„Territorium“ verweist damit auf ein Verständnis von Musik als räumliche Praxis, die Grenzen nicht nur abbildet, sondern aktiv hervorbringt und transformiert. Klang wird hier als ein Mittel der Positionierung und der Aushandlung erfahrbar, das den öffentlichen Raum als ein offenes, konflikthaftes und zugleich produktives Gefüge hörbar macht.

 

Die vier ausgewählten Kompositionen sind tagsüber als permanente Installation mittels eines 16-Kanal-Lautsprecher-Systems zu hören, das in die Gartenarchitektur des Orangeriegarten im Mirabellgarten integriert wird.

 

Die Reihe SWEET SPOT versteht sich als Forum klassischer und neuer Produktionen Elektroakustischer Musik in Salzburg. In Lounge-Atmosphäre werden neue Stücke des Genres gehört und miteinander diskutiert. Begleitet wird jedes Konzert mit einer kurzen Einführung und der Möglichkeit, sich über das Gehörte auszutauschen.

Idee, Technik und Moderation der Reihe:

  • Alexander Bauer (Komponist, Organist | Studio für Elektronische Musik (SEM), Universität Mozarteum Salzburg)
  • Achim Bornhöft (Komponist, Leiter Studio für Elektronische Musik (SEM) | Universität Mozarteum Salzburg)
  • Marco Döttlinger (Komponist | Studio für Elektronische Musik (SEM), Universität Mozarteum Salzburg)
  • Martin Losert (Saxophonist, Instrumentalpädagoge, Leiter Department Musikpädagogik, Leiter PB InterMediation | Universität Mozarteum Salzburg)