Seit der Antike haben Regeln den Grenzbereich zwischen Zufall und Gewissheit definiert. Regeln herrschen über das Reich der Kunst, wo Hand und Kopf zusammenarbeiten. Mit der Verbreitung von Alphabetisierung und der Druckpresse in wohlhabenden frühneuzeitlichen Handelsstädten der Frühen Neuzeit entstand eine Flut von „Kunstbüchlein“, die eine neue Art von Wissen versprachen. Die artes mechanicae – alles vom Kochen bis zur Kriegsführung – sollten auf Regeln reduziert werden. Was lehrt uns das Kunstwissen über Wissen und Regeln?
Lorraine Daston ist Wissenschaftshistorikerin und Direktorin am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin/University of Chicago.
Ein Vortrag in der Reihe „Sammeln“ im Kontext der Ringvorlesung „Materielle Kultur“des WS 2026/27 (Simone Lettner und Thomas Traupmann).
Konzept: Werner Michler
Bildnachweis: Lorraine Daston. Credit: GIAS