Der Curator Talk findet im Rahmen der Lehrveranstaltung Kunst und Ökologie statt und widmet sich dem Diorama als einem ambivalenten Medium der Naturdarstellung. Im Fokus steht das Diorama als Grenzform zwischen Handwerk, künstlerischer Gestaltung und wissenschaftlicher Modellierung.
Aus historischer Perspektive ist zu diskutieren, wie Dioramen Natur nicht nur abbilden, sondern als epistemische und visuelle Konstruktionen Wissen generieren. Dabei geraten Fragen der Authentizität, der Inszenierung von Natur mit künstlerischen Mitteln sowie der damit transportierten wissenschaftlichen Narrative in den Blick: Welche Vorstellungen von Natur, Ordnung und Kontrolle werden durch Dioramen vermittelt? Welche Rolle spielen sie in der Geschichte naturwissenschaftlicher Erkenntnis und musealer Praxis? Der Talk eröffnet eine kritische Perspektive auf Dioramen als Medien und lädt zur Diskussion über ihre Bedeutung im Kontext gegenwärtiger ökologischer Fragestellungen ein.
Konzept: Romana Sammern
Bildnachweis: Wolfgang Großbürger: Gänsegeier-Diorama, 1959. Haus der Natur, Salzburg. Foto: Romana Sammern