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CON ESPRESSIONE! Gerhard Widmer

Ein Großteil der aktuellen Forschung in den Bereichen Künstliche Intelligenz (KI) und Musik, insbesondere im Bereich Music Information Retrieval (MIR), konzentriert sich auf Algorithmen, die Musiksignale interpretieren und musikalisch relevante Objekte und Muster auf verschiedenen Ebenen erkennen (wie Noten, Beats, Rhythmen, hin zu Melodien, harmonischen Mustern und übergeordneten Strukturen) – mit dem Ziel, neuartige Anwendungen in der digitalen Musikwelt zu unterstützen.
Diese Präsentation soll einen Einblick geben, was Wahrnehmungssysteme in der Computermusik derzeit mit Musik alles machen können und wofür dies gut ist. Wir werden dabei auch feststellen, dass einige dieser Fähigkeiten zwar ziemlich beeindruckend sind, aber noch weit davon entfernt, ein tieferes Verständnis dieser Musik zu zeigen (oder einzufordern). Es wird ein laufendes Projekt vorgestellt, das darauf abzielt, die KI- und Musikforschung einen Schritt weiter zu bringen und über Oberflächenmerkmale hinauszugehen, sich dabei auf die „expressiven“ Aspekte zu konzentrieren und wie diese in der Musik kommuniziert werden. Weiters werden jüngste Arbeiten zu Rechenmodellen für ausdrucksstarke Musikperformance sowie der Stand der Technik anhand von Beispielen betrachtet und mögliche Anwendungen dieser Forschung diskutiert werden. Dabei wird das Publikum einem kleinen Experiment unterzogen, das zu einem überraschenden Ergebnis führen kann oder auch nicht.

Gerhard Widmer wollte ursprünglich Pianist werden, bis er mit 15 Jahren entschied, dass Beethoven langweilig sei. Er studierte Computerwissenschaften (und auch Musik) und ist heute Professor für Computational Perception an der Johannes Kepler Universität Linz sowie Leiter der Intelligent Music Processing and Machine Learning Group des Österreichischen Forschungsinstituts für Artificial Intelligence (OFAI) Wien. Er ist weltweit einer der Pioniere interdisziplinärer Forschung an der Schnittstelle zwischen Computerwissenschaften, Artificial Intelligence und Musik.

Dieser Vortrag findet im Rahmen der neuen Reihe „Musik & Mathematik“ statt, die sich sich mit den interdisziplinären Ansätzen und Perspektiven zwischen Musik und Mathematik beschäftigt . Die Durchführung und Gestaltung erfolgt gemeinsam mit internationalen Expertinnen und Experten aus den Bereichen Mathematik, Statistik, Computerwissenschaften, Komposition und Musikforschung und eröffnet Einblicke in die aktuellen Forschungen und Entwicklungen in den Grenzbereichen zwischen den Wissenschaftssparten. Die jeweiligen Vorträge sind auch Teil einer disziplinübergreifenden Lehrveranstaltung, in der an den Schnittstellen der Disziplinen jeweils Themen aus dem Forschungsumfeld der eingeladenen Vortragenden diskutiert werden.

Idee und Leitung Reihe „Musik & Mathematik“:

  • Arne Bathke (Statistiker, Data Scientist, Leiter PB (Inter)Mediation | FB Mathematik & SciTecHub Itzling, Universität Salzburg)
  • Katarzyna Grebosz-Haring (Systematische Musikwissenschafterin| Department Musikpädagogik, PB (Inter)Mediation | Mozarteum Salzburg)
  • Martin Losert (Musikpädagoge, Saxophonist, Leiter Department Musikpädagogik, Leiter PB (Inter)Mediation | Mozarteum Salzburg)

Eine Zusammenarbeit von (Inter)Mediation mit dem Fachbereich Mathematik der Universität Salzburg