Die öffentliche Ringvorlesung des interuniversitären Kooperationsschwerpunkts Wissenschaft & Kunst wurde 2007 von Peter Kuon für den Programmbereich Arts & Humanities ins Leben gerufen und vom Programmbereich Kunstpolemik – Polemikkunst von 2015 – 2019 weitergeführt.

Auch in Zukunft wollen wir mit der Ringvorlesung einen Diskussionsraum für ein breites Publikum anbieten, mit dem Anspruch einen aktuellen wissenschaftlichen und künstlerischen Diskurs durch möglichst heterogene Sichtweisen zu pluralisieren.

Die öffentliche Ringvorlesung des Sommersemesters 2020 wird die vielfältigen Themenbereiche und Disziplinen des Programmbereichs „Figurationen des Übergangs“ zwischen Kunst und Leben, Figuren und Narrativen der Schwelle sowie Kulturgeschichten des Schöpferischen ausloten.

 

 

Bildnachweis: Tatjana Trouvé, 165 Points Towards Infinity, Installation Kunsthalle Nürnberg 2014/15

Start der öffentlichen Ringvorlesung im März 2020

Figurationen des Übergangs – Übergänge zwischen Kunst und Leben, 1920–1970

Seit die Künste auf ihrer Autonomie beharren, stellt sich die Frage nach der Beziehung von „Kunst“ und „Leben“. Bis in die Gegenwart werden Debatten geführt, ob das Werk des/der KünstlerIn von seinem/ihrem „Leben“ – ihren Taten, Ansichten, Verfehlungen – getrennt betrachtet werden kann, soll oder muss (aktuell: der Streit um den Literaturnobelpreis 2019). Andererseits kritisiert – nach Peter Bürgers „Theorie der Avantgarde“ (1974) – die künstlerische Avantgarde die bürgerliche Institution Kunst und strebt die „Überführung von Kunst in Lebenspraxis“ an. Zu diesen klassischen Fragestellungen kommt in jüngerer Zeit eine weitere: Nicht nur ist jeweils auszuhandeln, was „Kunst“ ist, auch das „Leben“ ist eine problematische Kategorie zwischen Biologie, Ökonomie und Gesellschaft, die sich heute wissenspoetologisch und wissenschaftshistorisch befragen lassen muss.

Dieses Spannungsfeld möchte die Ringvorlesung – die erste in einer Reihe, die sich den „Figurationen des Übergangs“ widmet – ausloten. Die einzelnen Beiträge versuchen, paradigmatisch Stationen der Problematik Kunst/Leben im 20. Jahrhundert nachzuzeichnen; sie reichen von der Frage des Realismus in den Künsten über die künstlerische Auseinandersetzung mit den Topoi der Lebenswissenschaften bis zur „Fruchtbarkeit“ im mehrfachen Sinn.

Unter den Vortragenden sind Karin Krauthausen (Berlin), Irini Athanassakis (Tunis), Peter Berz (Berlin), Ingeborg Reichle (Wien), Peter Fuchs (Bad Sassendorf) sowie Peter Deutschmann, Nicole Haitzinger, Uta Degner, Marcel Bleuler u.a.

Konzeption, LV-Leitung: Hildegard Fraueneder, Werner Michler

Vorträge im März

11.3.2020 Karin Krauthausen: Make it real. Für einen strukturalen Realismus

18.3.2020 Peter Deutschmann: Fakten statt Fiktionen. Der Tod des Romans und die neue Kunst der UdSSR

25.3.2020 Nicole Haitzinger: Iokastes Töchter in den szenischen Künsten der Gegenwart. Zu performativen Akten des Sterbens auf der Bühne

 

Studierende können in PlusOnline bzw. MozOnline die Ringvorlesung  unter der LV-Nr. 901.340 belegen.