Diversitätsorientierung in Kulturbetrieben. Kritische Bestandsaufnahme und Handlungsempfehlungen am Beispiel Salzburg

In dem Sammelband Kulturelle Teilhabe. Status quo und Zukunftsperspektiven, herausgegeben von Vera Allmanritter und Hellen Gross, hat Anita Moser einen Beitrag zum Thema Diversitätsorientierung in Kulturbetrieben verfasst.

Der Beitrag untersucht auf Grundlage des Forschungsprojekts Kulturelle Teilhabe in Salzburg, wie strukturelle Barrieren und Machtverhältnisse kulturelle Teilhabe und Diversität im Kulturbetrieb behindern. Im Zentrum der Analyse stehen Ausschlussmechanismen und Öffnungsansätze auf verschiedenen organisatorischen Ebenen von Kultureinrichtungen. Die empirischen Ergebnisse verweisen auf eine Gleichzeitigkeit von institutionellen Bemühungen um mehr Teilhabe und fortbestehenden Ausgrenzungen und Diskriminierungen. Dabei wird eine signifikante Diskrepanz zwischen der Selbsteinschätzung von Kultureinrichtungen und den Erfahrungen marginalisierter Gruppen deutlich. In vielen Einrichtungen zeigt sich eine zunehmende Aufmerksamkeit für Diversität in Programmen und Publikumsansprache, doch mangelt es häufig an strukturellen Veränderungen – insbesondere im Personalbereich – sowie an einer systematischen (selbst-)kritischen Auseinandersetzung mit institutionellen Praktiken des Ein- und Ausschließens. Der Beitrag unterstreicht die Verantwortung öffentlicher Institutionen, sich aktiv an gesellschaftlicher Vielfalt auszurichten und diskriminierende Strukturen zu identifizieren und abzubauen. Abschließend werden praxisorientierte Empfehlungen für eine diskriminierungskritische und diversitätsorientierte Weiterentwicklung von Kulturorganisationen formuliert.

Das Buch ist Open Access beim transcript Verlag verfügbar. Kulturelle Teilhabe bei transcript Verlag


29.09.2026

Kritische Bestandsaufnahme und Handlungsempfehlungen am Beispiel Salzburg. Artikel von Anita Moser